Der Verein Freestyle e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, obdachlose Jugendliche bzw. von Obdachlosigkeit bedrohte Jugendliche in einem Jugendhilfeprojekt mit minimalen Strukturen und einem niedrigschwelligen Beziehungsangebot stationär unterzubringen. Oft wird nicht verstanden, dass das Klientel, um das es sich dreht schon in jungen Jahren zum Überlebenskünstler geworden ist. Es zeigt eine Neigung dazu, in Parallelgesellschaften zu leben und keinen Anschluss an gesellschaftliche Maßstäbe zu finden.

Das Projekt vom Freestyle e.V. zielt deshalb darauf ab, ein System zu kreieren, dass jugendliche Systemsprenger annehmen kann. Die Jugendlichen werden durchgehend in einem wechselnden Betreuungssetting begleitet. In der Zeit von 18:00-10.00 Uhr gibt es eine stationäre Betreuung und tagsüber von 10:00 – 18:00 Uhr ein ambulantes, individuell auf den einzelnen Klienten zugeschnittenes, Betreuungssetting.

KONZEPT

Systemsprenger

Wir leben in einem Land mit einem äußerst vielseitigen Betreuungsangebot nach dem SGB VIII. Dennoch ist es so, dass derzeit allein im Bundesland Berlin ca. 2000 Jugendliche auf der Straße leben und um das Überleben in der Großstadt kämpfen. Die Ursachen und Auslöser dieser Tatsache sind vielschichtig. Kinder und Jugendliche aus sozialschwachen und bildungsarmen Verhältnissen sind jedoch deutlich höher gefährdet und betroffen als Kinder aus anderen Sozial- und Bildungsschichten.

Sogenannte „Systemsprenger“, haben häufig schon mehrere Jugendhilfeangebote ohne Erfolg durchlaufen. Kein Angebot konnte die verstörten Verhaltensmuster beheben oder die Jugendlichen auf ein solides Maß stabilisieren. Häufig sind die Jugendlichen schon früh mit dem Thema der Obdachlosigkeit konfrontiert gewesen und haben damit zu tun, auf eine geeignete Jugendhilfemaßnahme zu warten bzw. einen Jugendhilfeträger zu finden, der ein passendes Angebot zur Verfügung stellt: Es gibt schlicht kein geeignetes Angebot, das dem Jugendlichen ein tägliches Dach über dem Kopf gewährleisten kann.

Vorangegangene Jugendhilfemaßnahmen sind auch gescheitert, weil der Jugendliche nicht in der Lage war, sich an die Trägerregeln zu halten. Häufig zählen zu den Regelverstößen der Missbrauch von Drogen, das ständige unangemeldete Fernbleiben der Einrichtung und/oder die mangelnde Integrierbarkeit in Gruppen. Für einige der Systemsprenger wurden niedrigschwellige BEWs mit einem hohen Grad an Beziehungsarbeit und Schaffung von kleineren Tagesstrukturen angeboten. Das beschriebene Klientel ist jedoch mit den betreuungsfreien Zeiten und dem Halten der eigenen Wohnung in hohem Maße überfordert. Die Wohnungen verwahrlosen und jegliche Versuche zur Verinnerlichung von Hygiene und Sauberkeit scheitern. Wohnungsgestände werden durch die Jugendlichen bis zur Unbrauchbarkeit heruntergewirtschaftet und oder zerstört.

Zudem gibt es häufig unangemeldeten Besuch von anderen Freunden, welche häufig (ebenfalls) von Obdachlosigkeit bedroht sind oder in dieser leben. Systemsprenger sind in der Regel nicht in der Lage, ihr Geld einzuteilen. Gemeinsame Lebensmitteleinkäufe mit den Betreuern sind nur punktuell möglich. Eine stabile Verantwortung, sich selbst mit Lebensmitteln zu versorgen ist nicht kontinuierlich vorhanden. Die Beschwerden der Nachbarn im Haus lassen häufig nicht lange auf sich warten, welche in der Regel auch zügig an die Hausverwaltung weitergetragen werden. Die nötige Einsicht für ein Fehlverhalten ist bei den Jugendlichen häufig nur punktuell vorhanden. Für den Träger, welcher als Hauptmieter der Wohnung gemeldet ist, besteht dann die Gefahr, die Wohnung zu verlieren.

Der zuständige Träger ist in der Regel bei dem Format der „Schwierigen“ im Rahmen eines BEW nur damit beschäftigt, pädagogisch reflektierende Gespräche mit dem Jugendlichen zu führen, die zum Ziel haben, ein gewisses Maß an Verantwortung bei dem Jugendlichen hervorzurufen. In der Regel scheitern diese Gespräche jedoch, oder führen nur zu einer kurzzeitigen Besserung. In der Betreuungsarbeit entsteht so für den Jugendlichen ein Leidensdruck im Zusammenhang mit der Führung des eigenen Haushaltes. Die gewährleistete Jugendhilfe ist entweder damit beschäftigt, einem mit der Führung des eigenen Haushaltes mehr als überforderten Jugendlichen immer wieder hierauf aufmerksam zu machen und dieses Thema zum Gespräch zu machen, oder aber er lässt bei dem Jugendlichen ein gewisses Maß an Verwahrlosung zu und riskiert damit den Verlust der Wohnung für den Träger. Insgesamt ist zu beobachten, dass die Jugendlichen aus dem Trebegänger Milieu in den Bereichen von Tagesstruktur in Verbindung mit der Schaffung eines Schulprojektes ebenfalls überfordert sind und aufgrund einer nur sehr niedrigen Stress- und Frustrationstoleranz kaum ihren Alltag in vorgegebene Strukturen bringen lassen.

Bei Trebegängern ist der Missbrauch von verhältnismäßig leichten illegalen Drogen normal und ist gibt meistens täglichen Konsum. Die Einnahme von härten illegalen Drogen ist bei vielen ebenso des Öfteren der Fall. Zu beobachten ist, dass die zum beschriebenen Systemsprenger-Milieu gehörenden Jugendlichen häufig in Subkulturen unterwegs sind. Trotz dieser Zugehörigkeit sind Einzelgänger nicht unüblich. In jedem Fall zeigen sie eine Neigung dazu, in Parallelgesellschaften zu leben und keinen Anschluss an gesellschaftliche Maßstäbe zu finden. Eine solide Gesundheitsfürsorge ist ebenfalls nur rudimentär vorhanden. Systemsprenger leiden häufig unter gesundheitlichen Problemen wie Zahnschmerzen, ungesunder und unregelmäßiger Ernährung und psychischen Belastungsstörungen.

Die bisher sichtbar angenommenen Hilfsangebote der schwierigen Jugendlichen, sind in der Regel Angebote der Straßensozialarbeit oder Beziehungsangebote von Sozialarbeiterninnen aus Einrichtungen mit offenen Jugendangeboten ohne das Eingreifen in persönliche Lebenssituationen. Die jungen Menschen suchen die Beziehung zu Sozialpädagogeninnen und nehmen deren Beziehungsangebote an. Die bisher geltenden Angebote der Jugendhilfe für Systemsprenger bedeuten immer wieder auch eine Konfrontation zwischen Lebenswelt des Jugendlichen und Anspruch des Trägers an die Jugendhilfestrukturen. Systemsprenger sind jedoch, aufgrund genannter Lebensverhältnisse und internalisierter Überlebensstrategien, häufig nicht in der Lage, sich in ein stationäres Setting zu begeben. Immer wieder werden die Jugendlichen durch eine ambulante Hilfe auf der Straße betreut.

Die Jugendlichen geben an, ständig bei Freunden oder auf ähnliche Weise unterzukommen. Eine latente Gefahr, dass minderjährige Jugendliche auf der Straße übernachten ist jedoch immer gegeben, weil sie keinen festen Wohnsitz bzw. Bleibe haben. Die Strukturen von bisher geltenden stationären Hilfen sind zu komplex für den Jugendlichen. Auch eine Überforderung bei niedrigschwelligen Angeboten im Rahmen eines BEW ist zu erwarten. Der Wunsch nach einer eigenen Wohnung ist bei den Jugendlichen jedoch hoch. Der Motivationsgrad vor einer beginnenden Jugendhilfe, beispielsweise einem niedrigschwelligen BEW Angebot, ist enorm. Die tatsächliche Umsetzung und Einhaltung von BEW-Strukturen sind jedoch kaum umsetzbar.

MEDIEN

Videos

Freestyle HomeBase, 20. Dezember 2019
Innovatives Projekt für Systemsprenger in der Jugendhilfe, 24. Oktober 2017
Drogen, Schule & Vaterschaft: Letzte Chance für Ricco? 25. März 2020
rbb aktuell freestyle e. V. – Systemsprenger, 19. Juli 2019
Die Hombase ist fertig! 4. Juni 2020

KONTAKT

Freie Plätze

In unserer Einrichtung in Spandau sind insgesamt 24 Systemsprenger Plätze vorhanden. Bei Interesse für freie Plätze in der Systemsprenger.Homebase kontaktieren Sie bitte:

Dr. Matthias Lindner
Falleingangsmanagement
Telefon: 0176-13733352
E-Mail: matthias.lindner@fsnw.de

Jobs

Wir suchen Sozialpädagogen*innen und Erzieher*innen für die innovative Systemsprenger.Homebase. Mehr Informtionen zu den Jobs finden Sie hier: https://fsnw.de/jobs/

Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung. Bitte senden Sie alle erforderlichen Unterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse) an: jobs@fsnw.de

Gern können Sie sich aber auch direkt telefonisch an uns wenden:

Lars Svendsson
Standortleitung Spandau
Telefon: 0176-24534682
Mail: lars.svendsson@fsnw.de

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